Montag, 22. Februar 2010

Kalte Tage

Die ganze Woche über hatten die kalten Temperaturen in Umea die Oberhand über das soziale Geschehen. Man berechnet die Distanz nicht in kilometern, sondern in Minuten. Wie lange braucht es um von A nach B zu kommen. Denn zur Zeit ist es zwischen 25 und 30 grad KÄLTER als in Deutschland. Mit Temperaturen von -18°C bis -27°C (Höchst- und Tiefswerte von heute) ist es schon sehr kalt. gerade mal geguckt was bei Wetter.com dransteht für meine 3 Städte:
Ihr Wetter für den 22.02.10:
Umeå:-26/-18°C|
Würzburg:-2/6°C|
Fellbach:0/9°C

Also scho a weng kälter gell ;)
Umso erfreulicher war es, dass Bertrand ein Auto am Samstag hatte! Seine Eltern kamen an dem Tag in Umea an und da sie in den kommenden tagen den Norden des Landes erkunden wollen, hat er sich ein Auto für eine Woche geliehen. Dies wussten auch seine Freunde zu nutzen und so sind Paul, Sabrina(Pauls deutsche Freundin), Bertrand und ich gemeinsam Lebensmittel einkaufen gefahren. 1 1/2 Stunden später und 300 Euro leichter war das Auto bis oben hin mit Nahrung gefüllt. Und wir alle glücklich. Ich war allerdings zurückhaltend und habe nur 40 Euro ausgegeben. Hauptsähclich für Apfelsaft, Multivitaminsaft und PFANNER EISTEE PFIRSICH! Den gibts hier in einem großen Supermarkt! Und auch alles auf Deutsch auf der Verpackung. Super :)
Bertrand hat 150 Euro liegen lassen und Paul 100 Euro. Die beiden müssen jetzt die nächsten 2 monate das Haus nicht mehr verlassen. Ich wollte wie gesagt hauptsächlich wegen den Getränken mitkommen, damit ich viele Liter einfach transportiert bekomme.
Mit Bertrand habe ich die Woche recht viel gemacht. Am Mittwoch schauten wir zusammen mit Coralie,Thierry (beide Baguettes), Margarida (Portugal) und unserem Mitbewohner Rui die Olympischen Winterspiele im TV bei uns an und als die Gäste um 0uhr gingen fingen Bertrand und ich plötzlich aus heiterem Himmel an das komplette Wohnzimmer umzugestalten. 2 1/2 Stunden später waren alle Möbel um 180° rotiert, alles geputzt und viele alte Gegenstände ausgemistet. Begeistert vom neuen Wohnzimmer gingen wir um kurz vor 3 dann auch pennen. Donnerstag morgen ging es dann gegen Paul wieder im Badminton um Alles oder Nichts. Diesmal mit dem gewohnten Resultat, Nichts. Alle vier Sätze gewann er, aber meine Kondition wird besser und besser. Freitag gingen wir beide zusammen mit seiner Freundin, Christiane und Susi Pizza essen. All you can eat für umgerechnet 6 Euro. Folglich schlägt man sich den Bauch voll. Und vorhin waren wir noch bei Paul zum "French Dinner" eingeladen, bei dem er Leckereien aus Frankreich zubereitete und wir uns dabei mit Olympia beschäftigten.

Karneval in Umea. Ganz links ist mein portugiesischer Mitbewohner Rui (37 Jahre alt wohlgemerkt)

Unser Wohnzimmer

Bertrand beim Ausmisten, nachts um 2

Der Einkauf von Bertrand und mir. Dafür zahlt man 200 Euro. Und wir waren im Discounter!

Vor dem Ausgang am Geographischen Institut der Uni

Mittwoch, 17. Februar 2010

Himmlisches Spektakel ohne Wissen

Letztes Wochenende wurde auch ein wenig Karneval gefeiert. Gott sei dank ohne lächerliche Umzüge und unlustigen Sitzungen aber dafür mit Partys bei denen man sich verkleiden kann. So verkleideten auch wir uns, aber aufgrund des Budgets natürlich sehr einfach. Ich ging, wie man unten auf dem Bild sehen kann als Rudolf das Rentier, Christiane als Pipi Langstrumpf, Susi als Blumenmädchen und Katjana als Piratin. Mein portugiesischer Nachbar ging als Besoffener...hmm ok.
Die Tage sind in Umea zur zeit sehr sonnig, da kaum Wolken am Himmel sind, und trotzdem relativ warm zwischen -4°C und -13°C. Ab heute wird es wieder bewölkter und auch kälter werden. Aber dadurch, dass es die tage Wolkenlos blieb, konnte man unverhofft am Montag Abend bzw. Nacht leuchtende Naturspektakel am Himmel beobachten. Zwischen 22 und 1uhr konnte man wohl wunderschön am See Polarlichter in strahlendem Grün sehen. Allerdings hat keiner meiner zahlreichen Freunde die Polarlichter gesehen, da man es verpasste um die Uhrzeit draussen herumzulaufen. Dementsprechend traurig war ich als ich am Dienstag morgen Bilder von dritten gesehen habe, wie sie Polarlichter fotographiert haben, direkt am See vor meiner Haustüre. Die Polarlicht-Vorhersage wurde kurzfristig auf die Stufe "HOCH" gesetzt, was ich bishern och nie erlebt habe. Allerdings ging die Homepage des Institutes welches diese Vorhersagt an dem besagten Abend nicht. Sie lief erst als es zu spät war, am Dienstag nachmittag. Nun hoffe ich das in 4 Wochen wieder ähnlich starke Sonnenwinde wehen und das es mal nicht bewölkt ist, so dass ich vielleicht doch noch in den Genuß komme welche zu sehen. Allerdings stehen die Chancen dafür sehr gering. Da die Strahlung 1. sehr stark sein muss um diese in Umea sehen zu können und 2. es hier Abends so gut wie IMMER bewölkt ist. Folglich habe ich keine Hoffnung welche zusehen, erst recht weil ich noch KEINEN SCHWEDEN getroffen habe, der jemals in Umea Polarlichter gesehen hat. Umso enttäuschter bin ich, diese am Montag verpasst zu haben.
Ich habe trotzdem unten mal ein paar Bilder von den Polarlichtern am See hinzugefügt, welche ich aus dritter Hand erhalten habe.



Donnerstag, 11. Februar 2010

Zwischen Rentier, Elch und dem Polarkreisschild

Am Freitag abend kamen Susi Katjana christiane und ihr Besuch Simone zu mir und wir haben Nudel-Schinken-Gratin gemacht. Als die Uhr dann zwölf schlug aßen wir als Geburtstagskuchen eine Daim- und eine Snickers-Torte und verbrachten die folgenden 3 Stunden bei mir, ehe wir dann durch die Nacht richtung Bus liefen. Um 4 Uhr fuhr dann der Bus 5 1/2 Stunden in den Norden nach Jokkmokk. Der Sonnenaufgang gegegn 8uhr war sehr schön da der Himmel wolkenfrei war und man so die Sonne schön über dem Horizont beobachten konnte. Auf der Hinfahrt konnte ich dann sogar 3 Elche und ein paar Rentiere beobachten. Für kurze Zeit mussten auch die beiden Reisebusse langsamer fahren da vor uns eine kleine Rentiere auf der Straße vorrausrannte und wir diese nicht überholen konnten ehe sie dann mal nach rechts in den Wald rannten. Die fotos davon sind leider ein wenig verschwommen, da es immer ein wenig wackelt wenn man aus dem Bus herausfotographiert. Bei Werten um die -27°C erreichten wir gegen 9uhr den Polarkreis und alle 118 Austauschstudenten strömten raus um ein Erinnerungsfoto zu machen. Nachdem zufrieden mit ihrem Foto vor dem Polarkreisschild waren fuhr der Bus in das nahgelegene Kaff "Jokkmokk". Dort gab es einen großen Markt der einheimischen "Ureinwohner", der Samen. Nichts wirklich spektakuläres, da sich die Stände sehr ähnelten und alle irgendwas aus Rentier verkauft hatten. Gegen Mittag gab es noch ein Rentierschlittenrennen welches knapp eine Stunde dauerte. Bei den arschkalten Temperaturen wärmten wir uns des öfteren in einer nahegelegenen Schule auf wo es auch ganz günstige Waffen gab! 2 Waffen und einen Kaba = 8€, leider erfuhr ich das erst als ich bezahlte. In Jokkmokk haben sie dann noch diverse Eisskulpturen erschaffen sowie kleine Rodelhügel, Iglus und Schneeburgen. Um 17uhr ging es dann wieder Richtung Umea, welches wir 22.30uhr erreichten. Irgendwie bin ich die letzten Tage ein wenig schreibfaul geworden, aber das liegt v.a. auch an der Uni die mich zur Zeit noch sehr auslastet. Künftig wirds wieder regelmäßiger Beiträge von mir geben.

Montag, 1. Februar 2010

Der Tag an dem die Erde stillstand

Wir schreiben Montag, den 1. Februar des Jahres 2010. Heute beginnt der wohl kälteste Monat meines Lebens. Heute beginnt die 3. Woche im Semester. Heute ändert sich die Welt! Als ich heute morgen aufstand, waren es -27°C. Meine bisherige Tiefstemperatur. Doch zum Glück zogen Wolken auf und es war 5 Stunden später schon um 11 Grad wärmer. So hat der Schneefall auch seine positiven Seiten. Doch dies alles wurde zur Nebensache heute. Denn Sascha gab sich den Kapitalistischen Zwängen der Gesellschaft hin und ist ab heute Mitglied im elitären Sportclub IKSU. Bis zum Ende meines Auslandsaufenthaltes werde ich nun sportlich sein. Doch auch dies rückte in den Schatten als die Uhr 17uhr schlug. Denn heute, am montag den 1. Februar 2010 wurde Geschichte geschrieben. Als Sascha vor Erschöpfung und Freude um 17uhr auf die Knie ging, musste auch sein Kontrahent aus Straßburg ihm Repsket zollen. Denn ich holte den Franzosen Paul von seinem hohen Ross runter. Die euphorischen Momente des gestrigen Handball EM-Triumphes von Frankreich gerieten in Vergessenheit, als ich den entscheidenden Ball zum 22:20 in seine Hälte schmetterte. Es war vollbracht! Knapp vier Monate vor der erhofften Erfüllung, konnte ich Paul im Badminton besiegen! Das erste Spiel gewann er zwar knapp in zwei Sätzen, doch im letzten Spiel geschah, was sich langsam andeutete. Die Lücke zwischen ihm und mir schloss sich für den heutigen Tag und ich konnte zum ersten mal gegen den Profispieler aus Frankreich einen Satz gewinnen. Für diese Woche wars das erstmal mit Badminton, da Paul nach Stockholm fliegt für ein paar Tage, aber nächste Woche wird es dann wieder weitergehen. Wahrscheinlich wird er weiterhin die Oberhand behalten, aber jetzt ist zumindest die Gewissheit vorhanden, dass es nicht unmöglich ist ihn zu besiegen. Eine Energieleistung wie heute wird schwer zu wiederholen, aber ich merke selbst, dass die Kondition durch das viele Spielen sich stark verbessert hat und so werde ich das nächste mal wieder die Kampfsau rauslassen. Was geschah noch die Tage?
Am Samstag abend war ich zusammen mit meinen Mitbewohnern Rui und Bertrand sowie rund 15 weiteren Gästen bei Paul zum Schokofondue eingeladen. 5Kg Bananen, 3Kg Äpfel und 2kg Schokoladen sowie haufenweise andere Früchte waren am Start. Der Großteil der Bananen verspeiste Ich. Alle fanden es schon lustig wie ich die in Schokolade getunkenen Bananenstücke in Massen verschlang. Die Franzosen Thierry und Coralie brachten ihre Shisha mit und so machten wir uns noch einen gemütlichen Abend bei Paul (ich hielte mich dezent zurück beim Shisharauchen, trotzdem roch mein Pulli nach Erdbeer). Lustig war auch die Begegnung mit einer neuen Deutschen in Umea, die Stephanie. Wie ich bei Facebook gesehen habe, ist sie mit der selben Person wie ich befreundet, mit einer alten Volleyballkameradin aus Fellbach. Lustig, wie klein die Welt doch ist. Bilder zu diesem Abend findet man auch hier:
http://gallery.me.com/martin.lahrz#100029

Auf dem Nachhauseweg von Paul waren Bertrand und ich erstmal perplex, als wir am Stadionbau vorbei gingen. Dort stand und steht noch immer ein RIESIGER LKW, der ein HAUS auf seiner Ladefläche hat. Ich hatte noch nie einen SO GROßEN LKW gesehen...ich kannd as schwer abschätzen wie land und breit er ist, aber es sind sicher über 25m Länge! Unglaublich! Da transportiert das ding ein ganzes HAUS! Mir unbeschreiblich wie es den weg um die kurven dorthin geschafft hat. Aber wenn man erstmal davor steht guckt man ned schlecht und bleibt trotz -24°C erstmal ein paar Minuten draussen stehen.

Darüber hinaus hat heute sowie am Freitag das erstemal die Sonne geschienen seitdem ich wieder in Umea bin. Also braun wird man hier oben sicher ned :-)

Freitag, 29. Januar 2010

Ein paar Bilder

Viel passiert ist seit Mittwoch nicht. Aber ich dachte ich lad einfach mal ein paar Fotos hoch wie es aktuell hier aussieht.

Sein Fahrrad zu finden klappt nicht immer


Auf dem Weg zur Uni/IKSU, teilweise 4-Meter hoher Schnee


Vor meiner Haustüre, wenn nicht geräumt ist wird die Hose schnell nass


Schnee vor dem Fenster im Erdgeschoss


Aufgenommen am Freitag 29. Januar, 12:13 mittags

Mittwoch, 27. Januar 2010

Schneesturm - Schnee liegt bis zum Fenster

Die letzten Tage waren weniger ereignisreich für mich, denn ich blieb das gesamte Wochenende daheim, da meine Blase an der Achillesferse, die ich mir beim Langlaufski zugezogen hatte, noch immer sehr präsent war und irgendwie immer dicke wurde. Selbst das Schuhe anziehen ging nicht und so verweilte ich das Wochenende bei mir in warmen Zimmer und fand Unterhaltung mit der Handball-EM (unter anderem Deutschland-Schweden) sowie Thomas Gottschalk und dem darauffolgenden Sportstudio am Samstag Abend. Heute vormittag wollte ich eigentlich nochmal größer einkaufen, so dass ich bis Mitte Februar nicht mehr zum großen Supermarkt fahren muss, aber als mir Bertrand gestern in der Küche sagte das die tage heftige Schneestürme kommen sollen, schaute ich mir die Vorhersagen mal selber an. Und die sahen/sehen nicht so rosig aus. Viel viel Schnee mit kräftigem Wind. Also beschloss ich gestern Abend noch "geschwind" (was meist rund 2 Stunden dauert mit Hin- und Rückweg) zum ICA Maxi zu fahren um noch alles einzukaufen bevor es ungemütlich wird. Aber schon auf der Hinfahrt mit dem Rad kündigte sich an das morgen was größeres kommen könnte. Zeitweise ziemlich böser Wind mit kleinen Schneekügelchen...nicht so angenehm. Aber wie dem auch sei, ich habs noch gut geschafft einkaufen zu gehen. Ich fand sogar ein Schwedentrikot für gerade mal 3 Euro (stark runtergesetzt)!

Heute morgen dann zum Glück keine Uni gehabt denn es gibt ne Menge Neuschnee und es bläst ein sehr kräftiger Wind. Die Schneeflocken sind auch keine Flocken sondern kleine harte Kügelchen, die es noch unangenehmer machen draußen rumzulaufen. Da die Außenwände aus Ziegelsteinen bestehen, konnte man an ihnen recht gut verfolgen wie viel Neuschnee und vorallem in wie kurzer Zeit dazu kamen. So reicht im Erdgeschoss der Schnee nun bis zum Fenster, die meisten Sträucher vor meinem Fenster sind unter dem Schnee verschwunden. Leider muss ich jetzt aber auch gleich zur Uni denn ich habe einen Kurs von 18 bis 20uhr. Und leider stürmt es noch immer. Ich hab eben versucht ein Foto vom "Schnee der bis zum Fenster ragt" zu machen, aber man erkennt auf dem Foto nicht viel da es zu stark schneit.
Die videos sehen relativ harmlos aus, aber das liegt auch daran dass die Fenster super isoliert sind und man kein einziges Geräusch dass von Außen kommt wahrnimmt. Ist man erstmal draussen pfeift einem der Wind sehr heftig um die Ohren.

Achja morgen "buche" ich zusammen mit Martin Susi und Katjana einen Eintagestrip nach Jokkmokk, einer Stadt am Polarkreis, die dort an meinem Geburtstag einen großen Sami-Markt haben. Die Busfahrt geht morgens um 4uhr von Umea los und ich komme irgendwann abends wieder heim. Folglich werde ich meinen Geburtstag nicht großartig zuhause sein, außer am späten Abend dann. Der Ausflug kostet mich umgerechnet knapp 50 Euro, inklusive frühstück vor Ort. Da meine finanziellen Mittel sehr beschränkt sind ist dies also eine der wenigen Möglichkeiten was vom Land zu sehen, ohne jetzt für ein paar tage hier und da mal dreistellige Summen auszugeben.

Freitag, 22. Januar 2010

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier...

Diese Woche war eine durchmischte Woche. Am Montag Abend machten wir zum Abschied für Christoph nochmal selbst gemachte Pizza. Christoph verließ uns nämlich am Dienstag morgen Richtung Würzburg und wird auch nicht mehr wieder kommen, denn er blieb wie geplant nur ein Semester in Umea. Danach ging ich noch zu Katjana um Christoph beim Packen zuzusehen und mich von ihm zu verabschieden. Er wohnte seit Freitag bei Katjana, da er seine Wohnung bereits am Freitag (wie auch die anderen Ein-Semester-Bleiber) räumen musste. Unglaublich wie wenig Christoph eigentlich nach Umea mitgenommen hat. Sein Koffer war halb so groß wie meiner und beinhaltete sogar eine Decke und ein Kissen! Beim wehmütigen Abschied meines besten Freundes hier in Umea kaufte ich ihm noch sein Fahrrad ab welches ich zukünftig nutzen werde, da der lila König schon langsam alt wird und ich ihn auf die letzten Tage noch günstig an Neuankömmlinge verkaufen kann. Am Dienstag startete das Buddyprogramm der Uni für alle Austauschstudenten und wie es der Zufall will, bin ich mit Christiane, Katjana und meinem französischen Mitbewohner Bertrand in einer Gruppe. Diesmal scheint die Gruppe einiges besser zu sein als im letzten Semester. Alle 13 Gruppen gingen gemeinsam in einen Pub im Alidhem um sich dort besser kennen zulernen. Gestern stand dann die Verabschiedungen Nummer zwei, drei und vier an. Bei Katjana machten wir Tacos und verabschiedeten uns von Rafael, der heute zusammen mit Christiane Heim flog (sie kommt zum Glück aber am 31. Januar wieder) sowie von Martina und Elisa, die noch 8 Tage Zwischenstation in Göteborg, Oslo und Kopenhagen machen werden ehe sie Zuhause ankommen werden.
Damit verloren wir in dieser Woche vier super Freunde. Es waren auch die letzten Goodbyes für die nächste Zeit. Der nächste der heimreist bin wohl Ich (Anfang Juni?).
Damit verkleinert sich unser engster Freundeskreis enorm. Aber viel Zeit bleibt für die Gesellschaft in den nächsten Wochen eh nicht so, wo wir beim nächsten Thema sind.
Am Montag begann für mich die Uni wieder. Und zwar mit vollem Tempo. Ich sitze in meinem Kurs mit einer weiteren deutschen Studentin zusammen unter 28 Schweden. Gott sei dank ist der Kurs auf Englisch. Aber ein wenig komisch ist es schon, denn letztes Semester war ich nur unter Austauschstudenten und jetzt bin ich recht auffällig durch meinen "normalen" Kleidungsstil zu erkennen, das ich kein Einheimischer bin. Die Schweden kleiden sich ja alle total verrückt und haben immer diese Riesenbrillen im Gesicht. Furchtbar! Hoffentlich geht dieser Trend an Deutschland vorbei! Wie dem auch sei, der Kurs verlangt sehr viel von einem. Klausuren werden nicht geschrieben, dafür muss man jede Woche viel lesen und dazu einen bericht schreiben welchen man Freitags immer vorstellt. Jede Woche. Und man bekommt erst am montag oder Dienstag gesagt was zu tun ist. Man kommt folglich aus der Uni und sitzt dran das Zeuch zu lesen und sich dazu was auszudenken was man dann niederschreibt und dann am Ende 10 Minuten vorträgt. Aber die Art des Berichtes den man schreiben soll, ist mir recht fremd, da man das bei uns in Würzburg NIE macht. Folglich tut man sich auch ein wenig schwer. Und jede Woche wird der bericht und die Präsentation bewertet. Erzielt man nicht die mindestens die Hälfte der benötigten Punkte, muss man es nochmal machen, während man ja bereits für den nächsten Bericht fleißig am arbeiten ist.
Zum Glück muss ich den Kurs nicht "erfolgreich bestehen", da er mir in Würzburg eh nicht angerechnet wird. Trotzdem will man ja nicht ganz unbeteiligt am Kurs teilnehmen. Der Lila König ist seit Mittwoch auch Geschichte. Ich verkaufte ihn für umgerechnet 30 Euro an eine deutsche Studentin weiter. Wie ich ein paar Stunden später erfuhr, wurde er ihr am selben Abend noch an der Uni geklaut. Ironie des Schicksals...der lila König gehorcht halt nur einem, und zwar mir! Ich bin zumindest mit Christophs Fahrrad recht zufrieden :-)
Gestern vormittag stand noch eine Badmintonpartie mit dem Franzosen Paul auf dem Programm, bei dem ich meinen neuen 130 Euro badmintonschläger (ich bekam ihn beim Ausverkauf für 40 Euro) gleich mal ausprobieren konnte. Und siehe da...Paul kam sehr ins Schwitzen! Beim Stand von 19:19 entschied er allerdings die folgenden beiden Ballwechsel für sich und gewann somit den ersten Satz 21:19. Dennoch ein riesen Achtungserfolg für mich. Den zweiten und dritten Satz gewann er deutlicher, aber die aufsteigende Formkurve ist klar erkennbar.

Zum Schluss noch was SUPER GEILES!
Gestern beim Einkaufen sah ich eine Neuheit im Müsliregal! Choco Pops Crunchies ! An für sich nichts weltbewegendes, doch ich erkannte auf der Verpackung die so heiß geliebten CHOCOS die ich in Deutschland immer zum Frühstück esse! Gleich mal ne Packung gekauft und abends daheim probiert. Und es sind DIE CHOCOS! Herrlich! jetzt macht Frühstücken wieder Spaß! Ich kaufe mir die tage gleich ne 2 Monats-Ration, bevor die diesen Artikel noch aus dem Sortiment ziehen! Man weiß ja nie...vielleicht machen sie ja sowas. Auf jedenfall ne tolle Sache dass es diese Dinger hier nun gibt!
Und noch eine lustige Randbemerkung: In der Cafeteria bei mir in der Uni entdeckten wir letzte Woche Bionade, das kleine vollkommen biologisch hergestellte Kultgetränk aus Unterfranken...Hauptsächlich nur in Süddeutschland und Großstädten bekannt, hat es nun auch seinen Weg nach Nordschweden gefunden. Wer weiß...vielleicht entdecke ich im laufe des Semesters noch SEITENBACHER ("Mmhh leckaaaaar, Düüüsis mit Aktischmischung...jääz probierschs hald!")

Langlauf auf dem See

Beim fahren auf den Loipen

Katjana vor der Routenkarte

Glücklicher Sascha mit neuerworbenen Chocos

Bionade in der Cafeteria

Samstag, 16. Januar 2010

Willkommen im langen Winter

Er kündigte sich an, er ist da und er bleibt es auch noch sehr lange. Der Winter in Umea. Seit Mittwoch bin ich wieder in einer der nördlichsten Universitätsstädte der Welt und wurde von -16°C und viel Schnee begrüßt. Allerdings nicht so viel Schnee wie ich erwartet hatte, denn ich hörte von über einem Meter Schnee und kein Durchkommen mehr. Aber wie mir zwei Stunden nach meiner Ankunft berichtet wurde, schmolz in den letzten Tagen doch einiges dahin, denn es war wohl relativ warm mit Temperaturen zwischen -3 und -7 Grad. Und wenn die Sonne mal zu sehen ist, nimmt sie auch ein wenig Schnee mit beim Untergang. Kurz nachdem ich in meiner kleinen Wohnung angekommen bin, ging ich auch schon wieder weg. Denn am Mittwoch hatte Rafi geburtstag und wollte bei kleiner Runde dazu anstoßen. Freitag abend gings dann für einige zum letzten mal zum MAX Burger. Noch einmal lecker ins günstige Fleisch beißen hieß es dann für Cheistoph, Elisa und Martina, die alle nächste Woche Richtung heimat fliegen und Umea den Rücken kehren werden. Traurig traurig. Achja ich hab auch eine neue Mitbewohnerin im Korridor. Farah aus Indien, aber ohne Punkt auf der Stirn. Schade. Ich frag mal nach wo sie den gelassen hat. Auf jedenfall macht sie einen netten Eindruck, auch wenns in der Küche immer mehr nach Curry und sonstigen Gewürzen riecht.
Heute am Samstag ging es dann um 10uhr zum IKSU. Langlaufskier ausleihen! Für umgerechnet 10 Euro pro Person sind nun Rafi, Christiane, Christoph, Katjana, Susi und ich bis Montag stolze Besitzer eines Paares Langlaufskier, Stöcke und den Skischuhen. Damit ging es dann zur rund drei Stündigen Rundfahrt am und AUF den Nydalasee. Bis auf Susi kann damit niemand umgehen und dementsprechend langsam waren wir alle. Allen voran Katjana und ich, da wir mehrmals uns hingelegt haben. Totale Scheiße das Zeug! Macht sicher Spaß, aber wenn man bei jedem 40cm Hügel angst um das Kreuzband haben muss, isses ned so chillig. So fuhren wir in angemessener Geschwindigkeit zum See, ehe wir mitten drüber gefahren sind zur anderen Seite und von dort aus eine 5km vorbereitete Loipe nutzen konnten. Denn rund um den See und Umea gibt es verschieden Lange ausgebaute Loipen die man nutzen kann. Echt cool! Und dabei fährt man fein durch den Wald und es ist echt schön mit anzugucken, diese Schneelandschaft im Norden Europas. Schöne Erfahrung mit dem Langlaufzeug. Allerdings sau anstrengend wenn ein kalter Wind dabei um die Ohren fegt, so mitten auf dem See. Keine Angst, das ding ist gut zugefroren und taut so schnell auch nicht wieder auf. Manche sind dort mit dem Schneemobil oder Motorad rumgefahren. Morgen gehen die anderen wieder fahren, ich werd allerdings daheim bleiben und meine riesen Blase an der rechten Ferse versorgen. Denn meine Schuhe sind wohl ne Nummer zu klein und nun habe ich mich bei der 3 Stunden tour ein wenig mit dem Schuh gequält und nun eine große Blase. Völlig erschöpft kam ich dann zuhause an, konnte aber nicht lange verschnaufen denn ich musste noch zum ICA MAXI fahren und für die nächsten zwei Wochen einkaufen. Also nochmal 40 Minuten Radfahren auf schnee. Das geht relativ gut, habe ja Spikes am Vorderrad und die Straßen sind zwar nicht geräumt, aber dennoch gut platt getrampelt und mit Streusalz bedeckt, so das es ganz gut vorran geht.

Was lässt sich sonst noch sagen? Generell liegt rund ein halber Meter Schnee, an vielen Stellen ist der Schnee echt ziemlich hoch getürmt durch das Räumen der Straßen, auf meinem Fenstersims liegt 21cm Schnee, die Wohnung ist trotzdem warm.
In der Innenstadt liegt KEIN SCHNEE, da dort die Wege beheizt sind! Ebenso sind viele Brücken Schnee- und Eisfrei, da auch diese beheizt sind. Was ein Luxus!

Die Brücke bei mir.


Die Schneefreie Innenstadt:


So siehts bei mir aus:


Das Linial auf dem Fenstersims:


Temperatur am Donnerstag mittag gegen 16uhr:

Dienstag, 15. Dezember 2009

Außer Betrieb

Der Blog ist nun bis Mitte Januar inaktiv.