Samstag, 8. Mai 2010

Der frühe Vogel fängt nichts.

Im Vergleich zu Deutschland, geht in Umea die Sonne bereits 2 Stunden früher auf und 30 minuten später unter. Sprich aktuell schon 2 1/2 stunden mehr Tag, hinzu eine ewig lange Dämmerung. Daher bekam ich von Do auf Fr nur wenige Stunden schlaf, bereits morgens um 6 herrscht die pure Sonne im Zimmer, selbst die Schlafmaske erfüllt nicht immer ihren Dienst wie gewünscht.
Am Mittwoch stand ein Power-Ausdauerkrafttraining auf dem Programm. 2 1/2 Stunden wurde ohne Unterbrechung vollste Konzentration und Kraft für den Marathon-Gympa benötigt. Der Muskelkater am Donnerstag war dementsprechend. Ruhepausen für den Körper gab es die Woche allerdings nicht. Am Donnerstag stand die ein internationales Brennball-Turnier an, bei dem sich Teams bestehend aus Internationalen Studenten in schwedens Volkssport messen durften. Mein zusammengestelltes Team konnte den Turniersieg erringen! Das Spiel ist dem Baseballspiel sehr ähnlich. In der Vorrunde schlugen wir in unserem ersten Spiel den Gegner mit einem Rekordverdächtgien 123:31, im Finale ging es dann mit 53:50 knapper zu. Freitag abend wieder 2 Stunden alles gegeben beim 4. selbst organisierten Internationalen Fussballturnier. Erfolgreich den 1. Platz erobert. Danach am See den Sieg mit einem leckeren Steak und Marshmallows gebührend gefeiert. Die folgende Nacht brachte dann 4 Stunden Schlaf, von 1.30 bis 5.20. Denn um 6 Uhr (ZUM SAMSTAG!!) traf ich mich mit Amir und Christiane zum Fischen. Unser kleiner iranischer Freund wollte uns zeigen wie man richtig Fliegenfischt oder wie man es auch immer nennen mag. Er selbst ist seit seiner Kindheit ein ausgezeichneter Angler und hat hier in Umea anfang des Jahres sein eigenes Fishing-Unternehmen gegründet. Eigentlich gingen wir davon aus ein paar Hechte zu fangen, die er normalerweise rund 10 Fahrradminuten entfernt fängt. Doch er wollte uns die Bachforelle präsentieren und so fuhren wir morgens um 6 ganze 18(!!!)km mit dem Rad den flussaufwärts. Nach über 1 1/2 Stunden über Stock und Stein fanden wir die geeignete Stelle und so zeigte er uns sein können. Leider ohne Erfolg, verharrten wir knappe 4 1/2 Stunden am schönen Fluss. Teilweise noch mit Eisschollen bedeckt erstreckte sich einer der längsten Flüsse Schwedens in seiner schönsten Pracht. So in etwa stelle ich mir auch Kanada oder Alaska vor. Amir machte mit seinem Outfit eine lustige Figur. Am Abend mussten Christiane und ich leider feststellen, dass wir einen Sonnenbrand im Gesicht haben! Obwohl es nur 8-10 Grad hatte, reichte dies aus um unser Gesicht rot zu färben. Autsch. Obwohl wir nichts gefangen haben war es dennoch sehr schön. Die Landschaft beeindruckte uns und der Weg dorthin brachte immer mal wieder kleine nette Geschichten hervor. So waren auf einem Teil des Weges verschiedene Regionen der nördlichen Hemisphäre auf einem Schild vermerkt, mal kamen wir an einem Buddha vorbei oder an kleinen Hinweißschildchen die mitteilten das Pferde manche Brücken nicht betreten durften.


Dienstag, 4. Mai 2010

Feuer Fressen Frühling

Am 30. April feiert man in Schweden "Valborg", zu deutsch Walburgisnacht. Walpurgisnacht wird in Schweden groß geschrieben. Auf jeden Fall in Umeå. Der Studentenchor hat gesungen, das Uni Orchester hat gespielt, eine afrikanische Tanzgruppe hat traditionelle Tänze aufgeführt und es gab Süßigkeiten- und Fressstände. Um 20 Uhr wurde dann das große Feuer angezündet und ein Konzert einer bekannten Schwedischen Band gab es oben drein als Zugabe. Achja und es gab ein Hasenrennen, bei welchem die seit Monaten trainierten Hasen über Hürden springen mussten. Verrückte Sache. Am Samstag lud Fanny zum International Dinner ein, Christiane, Susi und ich bereiteten einen Obstkuchen vor der von allen geliebt wurde. Davor wurden mir noch von Christiane die Haare geschnitten, denn 35 Euro für einen Frisör sind mir hier oben einfach zu viel. Der Frühling kehrt so langsam ein hier im kalten Norden. Die Temperaturen kratzen an der 10er Marke, der Schnee ist größtenteils weg, ab und zu sieht noch weisse Flecken zu sehen, auch ist der See noch größtenteils noch gefroren. Aber dies hält uns nicht vom Grillen ab und so sitzt man fast jeden Abend am See zu leckerem Fleisch und weniger leckeren Würstchen. Ziel der Grillaktionen sind auch die zur Zeit starken Sonnenwinde und die dadurch resultierenden Nordlichter. Die letzten Tage über sind sie stark genug um eigentlich in Umea gesehen zu werden, teilweise sogar so stark das es bis nach Stockholm reicht. Leider machten wir unsere Rechnung ohne die fiese Sonne. Sie ist einfach zu langsam. Der dunkelste Moment ist um 0uhr nachts. Allerdings ist der Horizont weiterhin hell und man sieht keine Sterne mehr. Folglich ist es auch zu hell um Polarlichter zusehen. Echt ärgerlich. Heute habe ich auf dem Nachhauseweg vom IKSU einen Igel gesehen wie er sich munter am Stadionrand bewegte. Hätte nich gedacht das die Dinger hier oben den langen winter überleben.

Anbei ein Foto wie es um 0uhr hier aussieht.

Mittwoch, 28. April 2010

Die Krieger des Lichtes

FINALE OLÈ OLÈ!!

Nun mal zu den weniger ernsten Dingen des Lebens, dem Alltag. Am Samstag ging es mit dem Sport gleich weiter. Auf dem Programm standen zwei Stunden Fussball, erneut habe ich vergessen ein Gruppenfoto von den fleißigen Bienchen zu machen, vielleicht klappts beim nächsten mal. 75% aller Tore des teams gingen auf mein Konto, trotzdem hat es nicht für eine Topplatzierung gereicht, wir mussten uns mit dem 3. von 3 Plätzen begnügen. Am Abend gingen Christiane und Ich zu Rainers Geburtstagsfeier, die er allerdings nicht lange miterlebte. Das lustigste am Abend war dann auch die Situation, als wir die toilettenspühlung betätigten, während der Gastgeber diese genauer unter die Lupe nahm. Er reagierte allerdings nicht großartig, keine Ahnung ob er es überhaupt realisiert hatte. Wir fandens lustig. Sonntag wieder Sport, diesmal ein Ausdauer-Kraft-Kurs, welcher mir bis heute Muskelkater am Bauch beschert. Abends zum See, lecker Burger grillen und die verlorenen Kalorien wieder reinholen.
Montag gingen Christiane, Philipp (dicker Bayernfan in jeder Hinsicht), Stefan, Christian und Cornelius (alles Leute die ich vorher schon kannte aber nie groß erwähnt habe da kaum mit ihnen was am Hut) in die MEGAZONE. Dies ist eine Art "Spielhölle" der moderneren Art, mittem im herzen der Stadt. Dort kann man unterirdisch Paintball und andere "Teamspiele" spielen, unter anderem auch Lasergame. Dabei ist man in teams von 6-7 Leuten zusammen, trägt eine Weste mit Sensoren an Burst, Rücken und Schultern sowie eine Pistole, mit der man die Feinde abschießen muss. Die Munition ist hierbei unendlich und das Ding feuert Laserstrahlen ab, mit welchen man den Sensor des Gegners treffen muss. Das Spielfeld misst 80x80 meter, ist extrem dunkel und natürlich schön eng und verschanzt alles. Dazu spielt eine Musik die eine Art Thriller/Kriegsgefühl aufkommen lässt. TOTAL GENIAL! Macht extrem Laune!! Und Super Hightech! Tolle Sache, habe ich zuvor noch nie gesehen! Leider ist es normalerweise relativ teuer (2x20min um die 12€), aber am Montag gabs einen Aktionstag, bei dem Man von 17-21uhr für 8€ spielen konnte. Als Schwabe investiert man dann halt auch mal gerne. Hätte ich gewusst das es so geil wird hätt ich n Foto mitgenommen, so konnte ich jetzt nur ein Foto von Christiane mit dem Handy machen, um eine ungefähre Vorstellung zu geben wie es aussah.


Samstag, 24. April 2010

Polarlichter, Die Zweite.

Am Donnerstag bekam ich mein kleines Päckchen von SWR3 mit einem kleinen Elch und einer sehr kleinen Dose Jagdwurst. Beides habe ich mir größer vorgestellt, aber man will ja nicht mosern wenn man was für lau bekommt. Nem geschenkten Gaul schaut mer ned ins Maul. Donnerstag lag dann auch ein Hauch von ChampionsLeague in Umea in der Luft. Gegen Paul mal wieder versucht mein bestes im Badminton zu geben. Die ersten zwei Spiele gingen an ihn, das dritte konnte ich dann 2:1 gewinnen! HA Endlich mal ein ganzes Spiel gegen ihn gewonnen! Das tut gut, erst recht mit Hinblick auf unser anstehendes Badmintonturnier welches am Freitag stattfand.
Bertrand, Coralie, Paul, Thierry und ich veranstalteten ein kleines 5er Turnier, jeden gegen jeden. Mein Ziel war es, die Top3 zu erreichen da mir Paul und Coralie dann für ein Turnier doch zu weit weg vorkommen, um vor Ihnen zu landen. Da alle im Verein spielen, mit Ausnahme Bertrand, war es durchaus auch anstrengend und kein selbstläufer. Sensationellerweise konnte ich die Zweitligaspielerin Coralie 2:1 (18:21; 21:19; 21:16) schlagen, ebenso ging ich mit jeweils 2:0 gegen Bertrand und Thierry als Sieger vom Feld. Für das letzte Spiel gegen Paul hat es zeitlich nicht mehr gereicht, aber das "Finale" wird demnächst nachgeholt, ebenso das sicher spannende Spiel zwischen Coralie und Paul. Nach dem Badmintonturnier relaxxte ich daheim, bis ich die Nordlicht-Vorhersage sah und die Stufe sich langsam auf Umea-Sichtbar-Level erhöhte.
So stapften Bertrand, Coutrney (Kanadische Austauschstudentin die ein Stockwerk unter uns wohnt) zum See und beobachteten für knapp 1 1/2 Stunden Polarlichter am See. Diesmal waren sie allerdings nicht so stark wie noch vor 2 Wochen, aber dennoch sichtbar für Auge und Kamera! Erwähnenswert wäre, dass bei einem Bild die Dämmerung heran rückt und man schon das Gefühl hat, die Sonne bald sehen zu können. Der Zeitpunkt der Aufnahme war 2:10. Eine kleiner Vorgeschmack auf das, was demnächst auf mich zu kommen wird, wenn die Nacht nicht mehr hereinbrechen wird. Ganz mithalten mit den tollen Fotos des Eyjafjallajökul mit Polarlichtern von gestern Abend, die ich heute auf SpiegelOnline gesehen habe, konnten unsere dann doch nicht. Glücklich, ein zweites mal Nordlichter gesehen zu haben, geh ich dann jetzt auch ins Bett. Gute Nacht.



Hier die besagten Bilder von SpiegelOnline aus Island:

Samstag, 17. April 2010

Süße Erfindung

Vorgestern gabs bei mir im Korridor wieder ein "International Dinner". Da ich als einziger Deutscher am Start war und meine Koch- und Backkünste sehr begrenzt sind, konnte ich meiner Kreativität freien Lauf lassen und so tun als ob ich was ganz spezielles könnte :-)
So kaufte ich am Mittag ein paar Donuts, teilte jeden in 8 Stücke, erwärmte eine Tafel Vollmilchschokolade mit Haselnüssen, tauchte jedes Stück darin ein und voila! Fertig waren die "Süßen Häufchen", eine Spezialität aus Stuttgart, die es normalerweise nur an Fasching gibt. Jeder der das hier liest weiß natürlich, das es das nicht gibt, aber die ganzen Nicht-Deutschen wusstens ja nicht. Jeder fand mein Dessert super köstlich, Thierry zweifelte an meiner Kreation und meinte es seien Donuts mit Schokolade...aber durch überzeugende Argumentation und ein Alibi konnte ich auch ihn zum Glauben bringen.

Gestern mittag dann noch was hier ganz alltägliches in Nordschweden, für uns urbanisierte Mitteleuropäer aber doch sehr komisch. Bekannt ist, dass sobald die Sonne rauskommt, alle Schweden ihren Gartenstuhl packen und sich vor die Tür setzen. Doch gestern saß einer vorm Haus, natürlich im Gartenstuhl, diesmal aber nur in einer Badehose gekleidet, knappe 7°C, ein Buch lesend zwischen den Schneehaufen.
Generell kommt nun der Frühling, der Schnee schmilz sehr sehr schnell, auch wenn es heute nochmal schneite. Am Donnerstag soll es die letzten negativen Temperaturen geben (Nachts).

Achja, am Mittwoch abend wurde es nochmal hektisch. Aurora Borealis Level 5. Polarlichter auf STURM Stufe! Also ab an den See, bis nachts halb drei ausgeharrt, aber die Bewölkung war zu stark und so erhaschten wir leider kein Polarlicht. Aber wir trösten uns mit der Hoffnung dieses Himmelsspektakel noch einmal in den kommenden Tagen sehen zu können.
Die unten angefügten Bilder bekam ich Anfang der Woche, es handelt sich hierbei um den legendären Abend an dem der Himmel die Taigagebiete und Grönland mit einem grünen Schleier bedeckte. Allerdings mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen. Auf diesen lässt es sich besser erahnen, wie extrem der Sonntagabend war.